Andreas Slominski

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Andreas Slominski

Zur Person

  • 1959 geboren in Meppen
  • 1994 Kunstpreis der Adolf-Luther-Stiftung
  • lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin

Zum Werk

o.T. (Tandem), 1994
Tandem, gefüllte Plastiktüten
120 x 240 x 50 cm
Standort: Museum der bildenden Künste, Leipzig

Das 1994 entstandene Objekt besteht aus einem Tandem, das rundum mit provisorischen Gepäckstücken und Plastiktüten behängt ist. Das Tandem sieht aus, als hätte es der Künstler einem Obdachlosen von der Straße weggenommen. Tatsächlich handelt es ich um eine präzise Nachbildung. Das Tandem ist gebraucht gekauft, die Plastiktüten, die mit Kleidungsstücken und diversen Gebrauchsgegenständen gefüllt sind, erscheinen abgenutzt, vielfach verwendet.

Der Kunsthistoriker Jean Christoph Amman in in seiner Laudatio zu dieser Arbeit von Andreas Slominski (30.10.1994): „Alles sträubt sich in uns, dieses Pennerfahrrad als schön zu bezeichnen, denn wir wollen uns ja nicht des Vorwurfs einer ‚Ästhetisierung des Elends‘ schuldig machen. Und dnnoch ist diese Skulptur unsäglich schön.

Ich denke gerade deshalb, wie sie wie ein mit dem Skalpell seziertes aus dem Gesellschaftskörper entferntes, beschädigtes Organ in Erscheinung tritt: Weder anklagend, noch exhibitionistisch und auch nicht exotisch.

Vielmehr hat das Auge des Künstlers einen Gegenstand erfasst, diesen Gegenstand isoliert, sich den Gegenstand zu eigen gemacht und diesen Gegenstand aus der Neugier des Verletzlichen und des Betroffenen neue hervorgebracht. Die Verletzlichkeit ist eine Lebensspur die das Betroffensein ausschließt.“